Entwicklungs-Story

Es bleibt heiß

Emsa wollte ein über viele Jahre erfolgreiches Produkt überarbeiten lassen. Technisch durfte an dem bestehenden Produkt nichts geändert werden. Für uns also ein Auftrag mit rein ästhetischen Anforderungen.

Lesen Sie, wie wir bei so einer Aufgabe methodisch und lösungsorientiert vorgehen. Wie aus Skizzen Zeichnungen werden und aus Zeichnungen CAD Renderings.

Für maximale Ästhetik

Eine Form methodisch erarbeiten

AUFGABE

Briefing

Volumen, Herstellungsverfahren, Werkstoff, Preis, Usability alles stand bereits fest. Nur die Form soll moderner werden. Eine klassische Designarbeit.

Allerdings sollte hierbei kein exklusives Designobjekt entstehen. Die Kannenform soll einen möglichst breiten und zeitlosen Massengeschmack treffen. Die Herausforderung bestand darin, eine einheitliche Formensprache für eine Tee- und  Kaffeekanne zu skizzieren.

ANALYSE

Tee oder Kaffee

Wir wollten herausfinden, ob und wie Kunden zwischen Tee- und Kaffeekannen formal unterscheiden. Dazu stellten wir 14 marktrelevante Isolierkannen verschiedener Hersteller auf und ließen diese von Testpersonen sortieren.

Schnell war deutlich zu erkennen, wie die Testpersonen die Formensprache interpretieren.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass die Testpersonen in kleinen, runden und gedrungenen Kannen eher Tee vermuten. Große, längliche Kannen wurden eher Kaffee zugeordnet.

Das bestätigte unsere Vermutung. So konnten wir zwei Volumen erarbeiten, auf deren Grundlage wir die ersten Entwürfe zeichnen konnten.

Formal waren wir bei dieser Arbeit kaum an technische Einschränkungen gebunden. Damit wir effizient zu einem Ergebnis kommen, zerlegen wir das Produkt in seine Designmerkmale, also in alle Formen, aus denen sich das Design zusammensetzt.

Von jedem Einzelelement zeichnen wir diverse Entwürfe. So separiert, lassen sich Erkenntnisse daraus viel besser bewerten und auswählen. Was sieht hochwertig aus, was wirkt billig, was wirkt zeitlos? Welches Attribut ist typisch Tee, was ist typisch Kaffee?

Minimale Änderungen an den Details lassen eine Form elegant, billig, lustig, kindlich, dumm oder stabil aussehen. Daher nahmen wir uns jedes Designmerkmal separat vor, um dann aus einem Setzkasten an „guten“ Formen auswählen zu können.

DESIGN CAD AUFBAU

Die neue Momento

Aus verschiedenen Designs konnte gemeinsam mit dem Kunden ein Entwurf ausgewählt werden. Farben und Oberflächen konnten definiert und optimiert werden. Unsere designtechnischen CAD Daten gaben wir an die Konstrukteure weiter, damit diese den Werkzeugbau planen konnten.

Das Ergebnis sind zwei Isolierkannen, die gemeinsam verwendet werden können. Das Design verbindet sie, die Proportionen zeigen aber deutlich an, dass sie nicht gleich sind. Es ist intuitiv eindeutig erkennbar in welcher Kanne sich welches Heißgetränk befindet.

Die Kannen sind zeitlos und zurückhaltend. Dennoch verfügen beide über eine hohe Wiedererkennung und Anmut.

Der Deckel springt von der Mantelfläche zurück, so entsteht der Eindruck einer besonders dicken Außenhülle, was dem Kunden gute Isoliereingenschaften verspricht.

Bildquelle: www.emsa.de

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